Olivenöl ist aus meiner Küche nicht wegzudenken – ob über frischem Tomatensalat, in einer cremigen Marinade oder einfach nur mit etwas Salz und Brot. Doch wie lange bleibt es eigentlich genießbar? Kann Olivenöl tatsächlich schlecht werden? Und wie lagert man es am besten, damit es seine Qualität behält?
In diesem Artikel erfährst du alles Wichtige über die Haltbarkeit und richtige Lagerung von Olivenöl – plus ein paar persönliche Erfahrungen, die ich selbst mit zu großen Vorräten gesammelt habe.
Wie lange ist Olivenöl haltbar?
Die Haltbarkeit hängt stark von Qualität, Verarbeitung und Lagerung ab. Grundsätzlich lässt sich sagen:
Ungeöffnetes Olivenöl: 18 bis 24 Monate
Wurde das Öl dunkel und kühl gelagert, bleibt es meist bis zu zwei Jahre frisch. Besonders hochwertiges Olivenöl ist nach dem Pressdatum am aromatischsten – achte beim Kauf also nicht nur auf das Mindesthaltbarkeitsdatum, sondern möglichst auch auf das Abfülldatum.
Geöffnetes Olivenöl: 3 bis 6 Monate
Sobald Luft an das Öl gelangt, beginnt es langsam zu oxidieren. Innerhalb von sechs Monaten solltest du eine geöffnete Flasche verbrauchen – bei nativem Olivenöl extra idealerweise sogar innerhalb von drei Monaten.
Extra natives Olivenöl – besonders empfindlich
Je weniger verarbeitet ein Öl ist, desto empfindlicher ist es. Natives Olivenöl extra punktet mit intensivem Geschmack und gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen, wird aber auch schneller ranzig als raffinierte Varianten.
Kann Olivenöl schlecht werden?
Ja, Olivenöl kann ranzig werden. Das bedeutet nicht, dass es schimmelt oder „kippt“ wie Milch – aber es verliert an Geschmack und gesundheitlichem Wert und sollte dann nicht mehr verwendet werden.
Woran erkennt man ranziges Olivenöl?
1. Ungewöhnlicher Geruch
Frisches Olivenöl riecht grasig, fruchtig oder leicht nussig – je nach Sorte. Ranziges Öl dagegen erinnert an Wachsmalstifte, Karton oder alte Farbe.
2. Saurer oder dumpfer Geschmack
Schon ein kleiner Tropfen auf der Zunge reicht: Ranziges Öl schmeckt bitter, stumpf oder metallisch – deutlich anders als das kräftig-frische Aroma von gutem Öl.
3. Veränderte Konsistenz
Ein bisschen Trübung ist nicht untypisch, vor allem bei ungefiltertem Öl. Wenn es aber dickflüssig, klumpig oder ungewohnt aussieht, ist Vorsicht geboten.
So lagerst du Olivenöl richtig
Ich erinnere mich noch gut an die 5-Liter-Kanne aus der Toskana, die ich mir einmal mitgebracht habe. Der Plan war, den ganzen Winter über bestes Olivenöl zu genießen. Leider habe ich sie in der Nähe des Herdes stehen lassen – ein klassischer Fehler. Das Öl verlor schnell an Qualität.
Damit dir das nicht passiert, hier die wichtigsten Lagerungstipps:
1. Dunkel lagern
Licht ist der größte Feind von Olivenöl. Lagere es in einer dunklen Glasflasche oder einem Edelstahlbehälter, am besten in einem geschlossenen Schrank oder einer Vorratskammer.
2. Kühl aufbewahren
Die ideale Lagertemperatur liegt zwischen 14 und 18 Grad Celsius. Der Kühlschrank ist zu kalt – dort flockt das Öl aus und verliert Aroma. Ein kühler Küchenschrank ist vollkommen ausreichend.
3. In kleinere Flaschen umfüllen
Große Kanister sollten nicht ständig geöffnet werden, da Sauerstoff den Oxidationsprozess beschleunigt. Fülle dein Öl besser in kleinere Flaschen um und lagere den Rest kühl und luftdicht.
Häufige Fragen rund ums Olivenöl
Kann man abgelaufenes Olivenöl noch verwenden?
Nur wenn es noch gut riecht und schmeckt. Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Verfallsdatum im klassischen Sinne, aber die Qualität kann deutlich nachlassen.
Sollte man Olivenöl im Kühlschrank lagern?
Nein. Im Kühlschrank wird das Öl trüb und verliert an Geschmack. Besser ist ein kühler, dunkler Ort außerhalb direkter Licht- und Wärmequellen.
Wie lange hält Olivenöl nach dem Öffnen?
Etwa drei bis sechs Monate. Danach beginnt das Öl, seinen Geschmack zu verlieren. Rieche und probiere regelmäßig – deine Sinne sind der beste Indikator.
Wie erkennt man, ob Olivenöl schlecht ist?
An einem muffigen oder chemisch anmutenden Geruch, einem unangenehmen Geschmack und einer auffälligen Konsistenzveränderung.
Kann Olivenöl 20 Jahre halten?
Definitiv nicht. Auch bei idealer Lagerung ist nach zwei bis drei Jahren Schluss. Danach ist das Öl nicht mehr genießbar.
Fazit: Gutes Olivenöl verdient gute Pflege
Olivenöl ist weit mehr als nur ein Kochfett – es ist ein Stück Mittelmeer auf dem Teller, ein Gesundheitsbooster und ein echter Aromaträger. Wer einmal ein hochwertiges natives Olivenöl extra gekostet hat, möchte nicht mehr ohne leben.
Wenn du also die Gelegenheit hast, direkt bei einem Hersteller zu kaufen, der auf Qualität und traditionelle Herstellung setzt, greif ruhig zu größeren Mengen. Aber denke daran: Nur bei richtiger Lagerung bleibt es auch über Monate hinweg ein Genuss.
Und wenn du dir unsicher bist – einfach riechen, probieren und auf dein Gefühl hören. So bleibt dir dein Olivenöl lange frisch und lecker.