Rhabarber einfrieren: So bleibt das saure Frühlingsgemüse das ganze Jahr über frisch

Rhabarber gehört für mich untrennbar zum Frühling – kaum sprießen die ersten Stängel im Garten, denke ich an Omas klassischen Rhabarberkuchen mit Baiserhaube. Leider ist die Saison viel zu kurz. Die gute Nachricht: Du kannst Rhabarber ganz einfach einfrieren und so das fruchtig-saure Aroma auch im Herbst und Winter genießen. In diesem Artikel erfährst du Schritt für Schritt, wie du Rhabarber richtig vorbereitest, einfrierst und später wieder verwendest – inklusive vieler praktischer Tipps und einer Portion persönlicher Erfahrung.


Kann man Rhabarber einfrieren?

Ja, Rhabarber lässt sich wunderbar einfrieren – sowohl roh als auch gekocht. Dabei solltest du unbedingt die giftigen Blätter vollständig entfernen und nur die Stängel verwenden. Besonders gut eignet sich frischer, fester Rhabarber, der noch keine Druckstellen hat.

Damit das Aroma und die Konsistenz erhalten bleiben, ist es wichtig, den Rhabarber vor dem Einfrieren gut zu schützen – vor allem vor Luft und Feuchtigkeit. Nur so vermeidest du Gefrierbrand und kannst auch nach Monaten noch guten Geschmack erwarten.


Rhabarber einfrieren – Schritt-für-Schritt-Anleitung

1. Putzen und vorbereiten

Zuerst die Blätter komplett abschneiden und entsorgen – sie enthalten Oxalsäure und sind giftig. Danach die unteren, eventuell trockenen oder beschädigten Enden der Stängel abschneiden.

2. Waschen und schneiden

Die Rhabarberstangen gründlich unter kaltem Wasser abspülen, um Schmutz zu entfernen. Dann trocken tupfen und in etwa 2–3 cm lange Stücke schneiden – so lassen sie sich später leichter portionieren.

3. Optional: Blanchieren für längere Haltbarkeit

Wenn du den Rhabarber nur für wenige Monate einfrieren willst, kannst du ihn roh lassen. Für eine Lagerung bis zu einem Jahr empfiehlt es sich jedoch, ihn kurz zu blanchieren – das hilft, Farbe und Geschmack besser zu erhalten.

So geht’s:

  • Einen großen Topf mit Wasser zum Kochen bringen.
  • Die Rhabarberstücke für 1 Minute ins kochende Wasser geben.
  • Sofort mit einer Schaumkelle herausnehmen und in eine Schüssel mit Eiswasser legen – so stoppst du den Garprozess.
  • Anschließend gut abtropfen lassen und mit einem sauberen Tuch trocknen.

4. Schockfrosten (optional, aber empfehlenswert)

Breite die vorbereiteten Rhabarberstücke in einer einzigen Lage auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech aus und stelle es für ein paar Stunden ins Gefrierfach. Dieser Schritt verhindert, dass die Stücke später zu einem Klumpen gefrieren – ideal, wenn du nur kleine Mengen entnehmen willst.

5. Luftdicht verpacken

Sobald der Rhabarber durchgefroren ist, kannst du ihn in Gefrierbeutel oder -boxen umfüllen. Wichtig: So viel Luft wie möglich herausdrücken oder mit einem Vakuumiergerät absaugen. Dann beschriften (Datum und Inhalt) und wieder einfrieren.


Rhabarber auftauen – so geht’s richtig

Das Beste: Du musst gefrorenen Rhabarber nicht auftauen, bevor du ihn verwendest. Du kannst ihn direkt in Kompott, Marmelade oder Kuchenteig geben.

Tipp bei zu viel Flüssigkeit: Wenn sich beim Einfrieren Eiskristalle gebildet haben und dein Rhabarber dadurch etwas wässrig wird, hilft ein einfacher Trick: Koche ihn mit etwas Zucker ein und gib ggf. etwas Speisestärke dazu, um überschüssige Flüssigkeit zu binden – ideal für Kuchenfüllungen.


Welche Rhabarbersorten gibt es?

Auch wenn viele nur die kräftig roten Stangen kennen – Rhabarber gibt es in verschiedenen Farben: grün, rosé-gesprenkelt und tiefrot. Die Farbe sagt aber nichts über die Süße aus – sie variiert je nach Sorte.

Wichtig: Egal welche Farbe – nur die Stängel sind essbar, die Blätter gehören in den Müll.

Die säuerliche Note des Rhabarbers macht ihn zum perfekten Gegenspieler für süße oder cremige Zutaten. Klassisch wird er mit Zucker, Vanille, Erdbeeren oder Äpfeln kombiniert. Wer’s kreativ mag: auch in pikanten Gerichten mit Ziegenkäse oder als Chutney macht er eine gute Figur.


Häufige Fragen zum Einfrieren von Rhabarber

Wie lange ist Rhabarber haltbar?

  • Frisch im Kühlschrank: ca. 1–2 Wochen
  • Roh eingefroren (ohne Blanchieren): am besten innerhalb von 3 Monaten verbrauchen
  • Blanchiert eingefroren: bis zu 12 Monate haltbar

Kann man gekochten Rhabarber einfrieren?

Ja, absolut! Gekochter Rhabarber eignet sich sogar besonders gut zum Einfrieren, wenn du später schnell eine Füllung oder ein Kompott brauchst. Wichtig: Erst vollständig abkühlen lassen, dann in geeignete Behälter füllen (mit etwas Platz für Ausdehnung) und luftdicht verschließen.

Woran erkenne ich, ob Rhabarber schlecht geworden ist?

Frische Stängel sind knackig und haben eine satte Farbe. Wenn sie weich, schleimig oder gar schimmelig sind, solltest du sie lieber entsorgen.

Muss man Rhabarber schälen?

Nicht zwingend – viele Sorten lassen sich auch ungeschält gut verwenden. Ist der Rhabarber allerdings besonders faserig oder holzig, empfiehlt es sich, ihn vor dem Kochen zu schälen – so wird das Ergebnis angenehmer in der Textur.


Fazit: Rhabarber einfrieren lohnt sich!

Egal ob für Kompott, Kuchen, Sirup oder Marmelade – eingefrorener Rhabarber ist ein echter Küchenhelfer für spontane Back- und Kochideen. Mit ein bisschen Vorbereitung bleibt das Aroma fast so frisch wie am Erntetag. Und mal ehrlich: Was gibt es Schöneres, als mitten im Winter ein Glas hausgemachte Rhabarber-Erdbeer-Marmelade zu öffnen?

Also ran an die Stangen – einfrieren und den Frühling konservieren!

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