Wenn der Vorratsschrank leer ist, wird man kreativ…
Kennst du das auch? Du willst ein neues Keksrezept ausprobieren, freust dich schon auf den Duft aus dem Ofen – und dann fällt dir auf: Kein brauner Zucker im Haus. In solchen Momenten schaue ich erst mal, was sich mit Bordmitteln zaubern lässt. Und siehe da: Brauner Zucker lässt sich ganz leicht selbst herstellen – sogar ohne klassische Melasse!
In diesem Artikel zeige ich dir, wie du braunen Zucker im Handumdrehen selbst machen kannst, was du dafür brauchst und welche Alternativen sich anbieten, wenn Melasse gerade nicht greifbar ist. Ideal für alle, die gerne spontan backen oder ihren Zuckervorrat bewusst gestalten wollen.
Was ist eigentlich brauner Zucker?
Brauner Zucker unterscheidet sich von weißem Zucker nicht nur durch seine Farbe, sondern vor allem durch seine Feuchtigkeit und seinen Geschmack. Der karamellig-malzige Ton kommt von der sogenannten Melasse – einem Nebenprodukt der Zuckerherstellung. Diese Melasse sorgt dafür, dass Cookies schön weich und saftig bleiben, während weißer Zucker eher für knusprige Ergebnisse sorgt.
Im Handel gibt es zwei Hauptvarianten:
- Hellbrauner Zucker (ca. 3,5 % Melasse)
- Dunkelbrauner Zucker (ca. 6,5 % Melasse)
In der industriellen Produktion wird Melasse oft nachträglich wieder mit weißem Raffinadezucker vermischt – genau das können wir auch zu Hause machen.
Braunen Zucker selber machen: So geht’s
Zutaten:
- 200 g weißer Zucker (fein oder grob – je nach Wunsch)
- 1 EL Melasse (für hellbraunen Zucker)
- 2 EL Melasse (für dunkelbraunen Zucker)
💡 Tipp: Statt herkömmlicher Melasse kannst du auch Dattelsirup verwenden – ergibt eine besonders fruchtige Note!
Zubereitung:
- Mischen: Gib den Zucker in eine Schüssel und füge die Melasse hinzu.
- Verreiben: Mit einem Löffel grob durchmischen, dann mit den Fingern weiterarbeiten. Der Zucker klumpt anfangs ein wenig, aber das ist völlig normal.
- Fertigstellen: Wenn du keine Lust auf klebrige Hände hast, kannst du auch den Mixer mit Flachrühreraufsatz oder eine Küchenmaschine benutzen – aber bitte auf niedriger Stufe und in kurzen Intervallen.
Schon ist dein DIY-Braunzucker einsatzbereit – und lässt sich 1:1 in jedem Rezept verwenden.
Was tun, wenn keine Melasse im Haus ist?
Vielleicht brauchst du nur ein paar Esslöffel für ein einzelnes Rezept – da lohnt sich ein ganzer Melasse-Vorrat nicht unbedingt. Keine Sorge: Es gibt viele Alternativen, die sich genauso gut eignen. Hier kommen meine 6 Favoriten:
1. Honig – süß, klassisch, immer verfügbar
Besonders Buchweizenhonig passt hervorragend, weil er einen kräftigen, dunklen Geschmack mitbringt. Aber auch jeder andere Honig erfüllt seinen Zweck. Einfach 1 EL Honig mit 200 g Zucker vermengen.
Hinweis: Florale Honigsorten können in feinen Gebäcken geschmacklich etwas hervorstechen.
2. Zuckerrübensirup (oder Black Treacle)
Zuckerrübensirup ist bei uns der Klassiker unter den dunklen Sirupen – und eignet sich wunderbar als Melasse-Ersatz. Für eine intensivere Farbe einfach 1–2 EL auf 200 g Zucker verwenden und gut verrühren.
3. Ahornsirup – mild und vielseitig
Reiner Ahornsirup (am besten Grad A oder B) sorgt für eine schöne Karamellnote. Auch hier gilt: 1 EL auf 200 g Zucker mischen, und du erhältst eine gleichmäßige, feuchte Zuckermischung, ideal für Plätzchen, Rührteig oder sogar Soßen.
4. Gerstenmalzsirup – für dunkle Färbung und Aroma
Dieser malzige Sirup ist besonders in Naturkostläden zu finden. Ein Esslöffel mit 200 g Zucker gemischt ergibt eine beinahe perfekte Illusion von dunkelbraunem Zucker – optisch wie geschmacklich.
5. Reissirup – weniger süß, aber angenehm dezent
Wenn dir andere Sirupe zu intensiv oder zu süß sind, versuch es mit Reissirup. Er bringt einen Hauch von Karamell mit, aber deutlich zurückhaltender. Ideal für feine Gebäcke und Menschen mit empfindlichem Gaumen.
6. Agavendicksaft – vegan und praktisch
Agavendicksaft eignet sich besonders für vegane Rezepte. Sein Geschmack liegt irgendwo zwischen Honig und Sirup – und die Farbe passt perfekt zu einem hellen Braunzuckerersatz.
Häufige Fragen zum Thema brauner Zucker ersetzen
Kann ich Kokosblütenzucker anstelle von braunem Zucker verwenden?
Ja, auf jeden Fall. Kokosblütenzucker ist zwar trockener, bringt aber ein ähnliches Aroma mit. Beachte, dass er eine dunklere Farbe hat – das kann das Backergebnis optisch beeinflussen.
Kann ich Honig oder Ahornsirup direkt im Rezept statt Zucker verwenden?
Grundsätzlich ja – aber Achtung: Diese Süßungsmittel enthalten Flüssigkeit. Passe die restlichen feuchten Zutaten im Rezept entsprechend an, damit die Konsistenz erhalten bleibt.
Weißer oder brauner Zucker – was ist besser zum Backen?
Das hängt vom gewünschten Ergebnis ab:
- Weißer Zucker = knusprig & hell
- Brauner Zucker = weich, saftig & karamellig
Ist Muscovado-Zucker ein guter Ersatz?
Absolut. Muscovado ist naturbelassen und enthält von Haus aus viel Melasse. Er eignet sich hervorragend als Ersatz für dunklen Zucker – allerdings ist er etwas feuchter, also das Rezept eventuell leicht anpassen.
Ist Reissirup das gleiche wie Maissirup?
Nein. Reissirup stammt aus fermentiertem Reis und ist natürlicher. Maissirup, besonders in seiner „High Fructose“-Form, ist stark verarbeitet und wird in Europa eher selten verwendet.
Was ist der Unterschied zwischen echtem und normalem Ahornsirup?
Echter Ahornsirup wird ausschließlich aus dem Saft des Zuckerahorns hergestellt – ohne Zusätze. „Maple Syrup“-Imitate enthalten oft nur Zucker mit Aroma und sind weniger hochwertig.
Mein Fazit
Braunen Zucker selbst zu machen ist nicht nur einfach, sondern auch eine tolle Möglichkeit, kreativ zu werden – und genau die richtige Menge herzustellen. Ob mit Honig, Sirup oder Zuckerrübensaft – es gibt viele Wege zum Ziel.
Ich erinnere mich noch gut an den ersten Versuch: Ich hatte ein Cookie-Rezept aus den USA gefunden, aber nur weißen Zucker daheim. Mit einem Schuss Ahornsirup war die Lösung schnell gefunden – und die Kekse? Himmlisch!
Tipp zum Schluss: Den fertigen DIY-Zucker immer luftdicht aufbewahren – am besten in einem Schraubglas. So bleibt er locker und einsatzbereit für dein nächstes Backabenteuer.