Piment, auch Nelkenpfeffer genannt, ist der Inbegriff von Gemütlichkeit. Er duftet nach Zimt, Muskat und Nelken – und schmeckt genauso warm und würzig, wie er klingt. Ob im Apfelkuchen, in winterlichem Glühwein oder in herzhaftem Curry: Piment ist unglaublich vielseitig. Aber was tun, wenn genau dieses eine Gewürz fehlt? Kein Grund zur Panik – hier kommen die besten Alternativen für Piment, mit Tipps, wie du je nach Rezept das passende Gewürz findest.
Was ist Piment eigentlich?
Viele denken bei „Allspice“ (so der englische Name) an eine Gewürzmischung – dabei handelt es sich um die getrockneten, unreifen Beeren des Pimentbaums (Pimenta dioica), der vor allem in Jamaika und Mittelamerika wächst. Die kleinen braunen Beeren erinnern geschmacklich an eine Mischung aus Zimt, Muskat und Nelken – mit einer leicht pfeffrigen Note. Kein Wunder also, dass Piment oft in Gewürzmischungen vorkommt – und dennoch für sich allein ein echter Alleskönner ist.
Die besten Piment-Ersatzgewürze
1. Ganze Pimentkörner – wenn du Glück hast
Falls du ganze Pimentkörner zu Hause hast (oft in Einmachgewürzen enthalten): wunderbar! Am besten frisch mahlen – das ergibt ein intensiveres Aroma als fertig gemahlener Piment. Ideal für Marinaden, Gewürzmischungen, Bratenrub oder auch Glühwein. Wichtig: In Flüssigkeiten (z. B. Apfelpunsch oder Essig) kannst du die ganzen Körner mitkochen, musst sie aber vor dem Servieren wieder entfernen.
Tipp: Mahle nur so viel, wie du gerade brauchst – das Aroma verfliegt schnell.
2. Zimt – der Klassiker
Zimt ist wahrscheinlich das bekannteste Ersatzgewürz für Piment. Zwar fehlt ihm die pfeffrige Note, doch seine Wärme und Süße machen ihn zum idealen Partner für Kuchen, Kekse, Kompott oder Curry. Du kannst Zimtstangen mitkochen (z. B. in Chai oder Glühwein) oder gemahlenen Zimt direkt verwenden.
Dosierung: 1:1 ersetzen – für mehr Tiefe evtl. eine Prise schwarzen Pfeffer hinzufügen.
3. Muskat – kräftig und weihnachtlich
Muskat hat ein intensives, leicht nussiges Aroma mit Noten von Nelke und Zitrus. Ideal für herzhafte Gerichte, Kartoffelpüree, Hackfleisch oder süße Aufläufe. Wenn du eine ganze Muskatnuss hast, reibe sie frisch – das Aroma ist unvergleichlich.
Dosierung: Nur die Hälfte der Menge verwenden, da Muskat sehr dominant ist. Bei Bedarf vorsichtig nachwürzen.
4. Macis (Muskatblüte) – zart und edel
Macis ist das Netzgewebe um die Muskatnuss – feiner im Aroma, aber ähnlich im Geschmack. Es bringt zusätzlich leichte Zimt- und Pfeffernoten mit und passt daher gut in herzhafte und süße Gerichte: Fleischragouts, Fisch, Reisgerichte oder auch Lebkuchen.
Dosierung: 1:1 – Macis ist weniger intensiv als Muskat.
5. Sternanis – würzig und überraschend
Sternanis bringt eine süßliche Lakritznote mit, dazu etwas Schärfe und Bitterkeit. In gemahlener Form ideal für Gebäck und Chai-Tees; als ganze Sternfrucht perfekt für Glühwein, Currys und Eintöpfe – aber bitte vor dem Servieren entfernen!
Dosierung: 1:1 – bei Bedarf mit Zimt oder Muskat kombinieren.
6. Nelken – intensiv und charakterstark
Nelken sind stark aromatisch, süßlich, fast medizinisch – aber in kleinen Mengen sehr wirkungsvoll. Sie passen perfekt zu Braten, Schmorgerichten, Kompott, Lebkuchen oder Glühwein. Am besten gemahlen verwenden, da ganze Nelken beim Draufbeißen den Geschmack überdecken können.
Dosierung: Nur die Hälfte der Menge verwenden – zu viel macht das Gericht bitter.
Bonus: Gewürzmischungen als Piment-Ersatz
7. Hausgemachte Mischung: Zimt, Muskat & Nelke
Diese Mischung kommt dem Geschmack von Piment am nächsten:
- 2,5 TL Zimt
- 1 TL Muskat
- ½ TL Nelken (gemahlen)
Gut vermischen und luftdicht lagern – perfekt für Kekse, Gewürzkuchen oder Hackfleischröllchen.
8. Apfelkuchengewürz
Diese Mischung findest du in gut sortierten Supermärkten oder machst sie selbst:
- 4 TL Zimt
- 2 TL Muskat
- 1 TL Kardamom
- 1–2 Prisen Ingwer (nach Geschmack)
Passt nicht nur zu Apfelkuchen, sondern auch zu süßen Broten oder Muffins.
9. Kürbiskuchengewürz (Pumpkin Spice)
Der amerikanische Klassiker enthält oft:
- 3 EL Zimt
- 2 TL Muskat
- 2 TL Ingwer
- ½ TL Nelken
Ideal für Kürbissuppe, Spekulatius oder als besondere Note im Kaffee. Auch als Piment-Ersatz 1:1 einsetzbar.
10. Fünf-Gewürze-Pulver (Chinesisch)
Diese asiatische Mischung enthält meist Zimt, Sternanis, Nelken, Fenchel und Szechuanpfeffer. Der Geschmack ist komplex, süßlich-scharf und passt zu Fleischgerichten, Eintöpfen oder auch dunklen Saucen.
Tipp: Auch in kleinen Mengen in Kuchen oder Plätzchen eine spannende Alternative!
Persönlicher Tipp aus meiner Küche
Als ich vor ein paar Jahren ein altes Rezept für Pflaumenmus meiner Oma nachkochen wollte, stand da: „2 TL Piment“. Natürlich hatte ich gerade keinen im Haus. Also habe ich eine Mischung aus Zimt, Muskat und einem Hauch Nelke verwendet – und war begeistert. Seitdem ist diese DIY-Gewürzmischung ein Dauerbrenner in meiner Küche, vor allem im Winter.
FAQ – häufige Fragen zu Piment-Ersatz
Wie entferne ich ganze Nelken nach dem Kochen?
Entweder du gibst sie in ein Teesäckchen oder Gewürzei, oder du spickst sie in eine Zwiebel (für herzhafte Gerichte) oder Orange (für Süßspeisen). So lassen sie sich ganz einfach wieder herausnehmen.
Ist „Mixed Spice“ dasselbe wie Piment?
Nein – Piment ist eine einzelne Beere, während Mixed Spice eine Gewürzmischung ist (meist mit Zimt, Muskat, Koriander, Ingwer etc.).
Kann ich Garam Masala statt Piment verwenden?
Nur bedingt. Garam Masala enthält zwar ähnliche warme Gewürze, ist aber deutlich herzhafter und eher für indische Currys geeignet.
Fazit: Piment ersetzen – so gelingt’s
Wenn dir der typische, warme Pimentgeschmack fehlt, hast du viele Alternativen zur Hand – sei es als Einzelgewürz wie Zimt oder Muskat, oder als raffinierte Mischung. Mein Favorit bleibt die DIY-Variante mit Zimt, Muskat und Nelke – schnell gemacht und unglaublich vielseitig.
Und wer weiß – vielleicht entdeckst du dabei eine neue Lieblingsgewürzmischung!