Wer gerne backt, kennt die Situation: Man steht mitten im Teig, greift zum Pflanzenfett – und der Vorrat ist leer. Keine Panik! Es gibt viele alltagstaugliche und gesündere Alternativen, die in den meisten Küchen ohnehin vorhanden sind. In diesem Beitrag stelle ich sechs beliebte Ersatzprodukte für Pflanzenfett vor – samt Anwendungstipps, Mengenangaben und persönlichen Empfehlungen aus meiner Backstube.
Was ist eigentlich Pflanzenfett?
Pflanzenfett (auf Englisch oft “shortening” genannt) ist ein rein pflanzliches, gehärtetes Fett, das bei Raumtemperatur fest bleibt. Es besteht zu 100 Prozent aus Fett, enthält kein Wasser, keinen Eigengeschmack und hat einen hohen Rauchpunkt. Genau diese Eigenschaften machen es ideal für:
- Mürbeteige und Tartes
- Tortenböden und Kekse
- Frittieren
- Buttercremes
- Einfaches Einfetten von Backformen
Beim Backen sorgt es für zarte, blättrige Texturen, da es den Mehlanteil ummantelt und so die Glutenbildung reduziert. Beim Frittieren verhindert es Spritzen – und bleibt dabei geschmacklich neutral.
Die besten Ersatzprodukte für Pflanzenfett
1. Butter – der aromatische Allrounder

Butter ist wohl der beliebteste Ersatz für Pflanzenfett. Durch den Wasseranteil (ca. 15 bis 20 Prozent) ergibt sich beim Backen eine andere Konsistenz: Gebäck wird oft etwas dichter oder knuspriger – aber dafür umso aromatischer.
Mengenverhältnis:
100 g Pflanzenfett = 100 g Butter + 15 g zusätzlich (etwa 1 Esslöffel)
Ideal für:
Kuchen, Muffins, Kekse, Tartes, Buttercremes und sogar zum Anbraten.
Mein Tipp:
Immer ungesalzene Butter verwenden – so behält man die Kontrolle über den Geschmack.
Persönliche Notiz:
Ich erinnere mich noch gut, wie meine Oma jeden Sonntag Apfelkuchen gebacken hat. Sie schwor auf Pflanzenfett für den Mürbeteig. Heute nehme ich fast immer Butter – der Geschmack ist einfach unschlagbar.
2. Kokosöl – die vegane Option mit Exotik

Kokosöl ist bei Raumtemperatur fest und lässt sich ähnlich wie Pflanzenfett verarbeiten. Es eignet sich wunderbar für vegane Rezepte und bringt eine Extraportion gesunder Fette mit – allerdings auch viele Kalorien.
Raffiniert oder nativ?
Raffiniertes Kokosöl hat kaum Eigengeschmack, natives hingegen bringt eine deutliche Kokosnote mit. Für neutrale Backwaren empfehle ich die raffinierte Variante.
Mengenverhältnis:
1:1 wie Pflanzenfett
Ideal für:
Cookies, vegane Kuchen, Rohkostriegel, Glasuren, Braten, leichte Frittier-Gerichte
3. Schweineschmalz – für perfekte Tarte-Böden

Schmalz punktet mit hoher Hitzestabilität und niedrigem Wasseranteil. Es ist besonders in herzhaften Rezepten oder für klassische Pie-Böden beliebt – allerdings nicht vegan.
Mengenverhältnis:
Pro 100 g Pflanzenfett etwa 85 g Schmalz verwenden (also 2 Esslöffel weniger)
Ideal für:
Herzhafte Tartes, Quiches, Pie-Böden, Braten, Frittieren
Hinweis:
Schmalz hat einen charakteristischen Geschmack – perfekt für rustikale Backwaren, aber nichts für süße Cupcakes.
4. Margarine – günstig und vielseitig

Margarine ist dem Pflanzenfett in der Zusammensetzung recht ähnlich, hat jedoch einen höheren Wasseranteil. Dadurch werden Backwaren oft etwas weicher. Ideal für Rührkuchen und Muffins.
Mengenverhältnis:
100 g Pflanzenfett = 115 g Margarine (100 g + 1 Esslöffel)
Ideal für:
Kuchen, Cupcakes, Einfetten, Frostings
Achte auf Qualität:
Hochwertige, ungesalzene Margarine mit mindestens 70 Prozent Fettanteil bringt die besten Ergebnisse.
5. Pflanzenöl – flüssig, neutral und praktisch

Öl ist zwar flüssig, kann aber in bestimmten Rezepten trotzdem Pflanzenfett gut ersetzen – vor allem beim Frittieren und in einfachen Rührteigen ohne Luftaufschlag.
Beim Backen beachten:
Rezepte, bei denen Butter oder Fett mit Zucker aufgeschlagen wird, gelingen besser mit festen Fetten. Öl eignet sich gut für:
- Pancakes
- Waffeln
- Crêpes
- Einfache Rührkuchen ohne Aufschlagen
Mengenverhältnis:
1:1 – also 100 ml Öl statt 100 g Pflanzenfett
Ideal für:
Frittieren, Braten, einfache Kuchen, Pfannkuchenteig
6. Backtrennspray – für Formen und Bleche

Wenn Pflanzenfett nur zum Einfetten von Backformen gedacht war, ist ein Backtrennspray die einfachste Alternative. Es lässt sich fein dosieren und verhindert zuverlässig das Ankleben.
Mengenverhältnis:
Nur eine dünne, gleichmäßige Schicht aufsprühen
Ideal für:
Backformen, Muffinbleche, Auflaufformen, Pfannen
Extra-Tipp:
Praktisch bei mehreren Backdurchgängen – spart Zeit und sorgt für sauberes Lösen aus der Form.
Häufige Fragen zum Thema Pflanzenfett ersetzen
Kann man Apfelmus statt Pflanzenfett verwenden?
Teilweise – ja. Da Apfelmus kein Fett enthält, ist es eine fettarme Alternative. Am besten ersetzt man nur die Hälfte des Fetts durch Apfelmus. Das Ergebnis wird etwas kompakter, aber deutlich kalorienärmer.
Ist Ghee ein guter Ersatz?
Ghee eignet sich hervorragend zum Braten und kann auch für Teige verwendet werden. Das Gebäck kann allerdings leicht fettiger wirken. Für zu Hause ist das meist kein Problem.
Kann man Olivenöl verwenden?
Grundsätzlich ja – aber Olivenöl hat einen intensiven Eigengeschmack. Es passt gut zu herzhaften Gerichten, weniger zu süßen Backwaren wie Vanillekuchen.
Und Speckfett?
Speckfett oder Hühnerfett kann bei herzhaften Rezepten eine spannende Geschmacksnote bringen – ideal für deftige Tartes oder Bratkartoffeln.
Fazit
Pflanzenfett ist ein vielseitiges Hilfsmittel beim Backen und Braten – aber längst kein Muss. Mit den richtigen Alternativen wie Butter, Kokosöl, Margarine oder Schmalz lassen sich köstliche Ergebnisse erzielen – oft sogar mit besserem Geschmack und einer gesünderen Fettqualität.
Wichtig ist, auf Konsistenz, Rauchpunkt und das gewünschte Aroma zu achten. Dann wird dein Kuchen, Tarte oder Bratgericht auch ohne Pflanzenfett ein voller Erfolg.



